Heubullen aus Hörlebach


Frank Neber mästet auf seinem Hof in Hörlebach Tiere für die Qualitätsfleischprogramme Weiderind boeuf de Hohenlohe und Hohenloher Heurind. „Ich bin gerne Landwirt“, sagt der 52-Jährige: „Da sehe ich am Ende des Tages, was ich geschafft habe.“

 

Wie lockt man 26 Weiderinder von der einen auf die andere Seite der Bühler? Senior Hans Neber geht die Sache mit List und Maissilage an, die er in die Schaufel des Traktors geladen hat. So folgen die Färsen der Maschine, die das flache Flüsschen durchquert, und machen sich anschließend auf der Nordseite über die Leckerei her. Rund 15 Monate alt sind die weiblichen Rinder der Traditionsrasse Fleckvieh, die auf den Weiden im Bühlertal den Sommer und Herbst verbracht haben. Zweimal pro Woche kontrolliert Hans Neber, ob mit den Zäunen und den Tieren alles in Ordnung ist. Diese haben Vertrauen zu dem Bauer gefasst, der eine Lanze für die arbeitsintensive Haltungsform bricht: „Damit können wir Verbraucher überzeugen.“

 

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Nach der Weidesaison werden die Färsen noch zwei Monate in Hörlebach gemästet. Hier, im großen Kaltstall des Neberschen Hofs, stehen auch die Heurind-Bullen, die im Alter von 12 bis 14 Monaten und mit einem Gewicht von 600 bis 650 Kilogramm geschlachtet werden. Eine gewaltige Wand aus Strohballen begrenzt den Stall zu einer Seite. Mittels eines elektrisch gesteuerten Wagens streut der staatlich geprüfte Techniker Landbau, Fachrichtung Agrartechnik die Buchten im hinteren Teil regelmäßig und per Fernbedienung ein. Gelernt ist halt gelernt.

 

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Besonderes Augenmerk legt der Landwirt auf die Fütterung. Die Tiere bekommen hofeigenes Getreide, Körnermais und Heu, das Hans Neber mit der Gabel an die Futterrinne befördert. Der Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel oder Pflanzen ist verboten. „Dank der speziellen Fütterung und Haltung ist das Fleisch vom Hohenloher Heurind feinfaserig“, erklärt Frank Neber, „so wie es heute gefragt ist.“ Er hat sich einen Anhänger angeschafft, mit dem er selbst die ausgemästeten Tiere in den Schlachthof der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft nach Schwäbisch Hall fährt. „Die Fahrt dauert maximal 35 Minuten“, sagt der Landwirt, „dadurch haben die Rinder keinen Stress.“

 

„Frische Luft ist wichtig für die Tiergesundheit“
Frank Neber, Landwirt

 

Im Jahr 2001 hat Frank Neber den Hof übernommen und sich auf Mast spezialisiert. Die vier bis sechs Wochen alten Fleckvieh-Kälber kauft er bei Auktionen der Rinderunion in der Arena Ilshofen. Auf dem Hof werden jeweils zehn Kälber in Strohställen mit Auslauf aufgezogen. „Frische Luft ist wichtig für die Gesundheit“, davon ist Neber überzeugt. In den ersten Wochen werden die Tiere mit Milchaustauscher gefüttert, dann wird nach und nach auf Raufutter umgestellt.

 

Hat Landwirtschaft Zukunft? „Essen ist ein Grundbedürfnis“, antwortet Frank Neber, „und Familienbetriebe dieser Größe passen einfach nach Hohenlohe.“ Davon ist offenbar auch Sohn Raphael (22) überzeugt. Der gelernte Monteur macht in der Abendschule eine Ausbildung zum Landwirt. Er will den Hof weiterführen und ist auch jetzt schon nach der Arbeit mit Vater und Großvater auf dem Betrieb im Einsatz.

 

Nun ist aber Zeit fürs Mittagessen, das alle Nebers – inzwischen ist Javis (8) von der Schule und Linus (bald 5) vom Kindergarten zurück - gemeinsam einnehmen. Zu essen gibt’s an diesem Tag feinen Sauerbraten mit Gemüse aus dem eigenen Garten und einen Riesenberg Spätzle. Das Fleisch stammt natürlich vom hofeigenen Heurind.


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