„Wir haben es satt“-Protest statt Großdemo


„Wir haben es satt!“, die größte Demonstration gegen die Agrarindustrie, findet coronabedingt 2021 in anderer Form statt. „Wir bitten euch dieses Mal: Bleibt Zuhause“, teilt das Bündnis „Meine Landwirtschaft“ in Berlin mit. Der Protest soll aber nicht ausfallen.

 

Seit 2011 findet anlässlich der Agrarmesse Interationale Grüne Woche in Berlin die Großdemo „Wir haben es satt“ statt. Zu den Initiatoren und Unterstützern zählt auch die  Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. So protestierten im Januar 2020 mehr als 27 000 Menschen in der Hauptstadt gegen Agrarindustrie.

 

In diesem Jahr sind lediglich Menschen aus Berlin und Brandenburg aufgerufen, zum Protest am 16. Januar nach Berlin zu kommen. Einen Traktorkorso werde es dennoch geben. „Wir setzen auf Trecker aus dem Umland von Berlin und den benachbarten Bundesländern, die morgens mit dem Trecker nach Berlin und nachmittags wieder nach Hause fahren können - stellvertretend für viele Berufskolleginnen und -kollegen aus dem Bundesgebiet“, so die Organisation. 

 

Da in diesem Jahr sechs Landtage und der Bundestag neu gewählt werden, lautet der Titel des Protests „Agrarindustrie abwählen – Agrarwende lostreten!“. Die Forderung, das Höfesterben zu beenden, steht für das Bündnis an erster Stelle. „Die Agrarsubventionen müssen konkret in Richtung sozialökologischer Umbau der Landwirtschaft zielen, statt weiterhin pauschal Landbesitz zu belohnen“, fordert Christian Rollmann, Pressesprecher von „Meine Landwirtschaft“. Es sei absurd, dass pro Jahr über 6 Milliarden Euro an Subventionen gezahlt würden und trotzdem reihenweise Höfe aufgeben müssten.

 

„Corona zeigt uns, wie wichtig die Versorgung mit nachhaltig produzierten und regionalen Lebensmitteln ist“, teilt das Bündnis mit, dem mehr als 60 Organisatoren angehören und das sich so charakterisiert: „Wir sind die breite Bewegung, die für eine enkeltaugliche Agrar- und Ernährungspolitik auf die Straße geht. Deswegen kämpfen wir für den Erhalt der Höfe und artgerechte, flächengebundene Tierhaltung, für insektenfreundliche Landschaften und echten Klimaschutz, für globale Gerechtigkeit und gutes Essen für alle.“

 

b2ap3_thumbnail_2020_01_12_Folge_46_Wirhabenessatt_1.jpg 

Für diejenigen, die eine weite Anreise zu der Demo am 16. Januar haben, gibt es statt der Demo in diesem Jahr unter dem Motto „Jeder Schritt zählt“ die „Aktion Fußabdruck“. Wer sie unterstützen will, soll bis 14. Januar den Abdruck des eigenen Fußes oder Schuhs fotografieren, mit einer Forderung versehen und an die Organisation  schicken. „Am Kanzleramt werden die Abdrücke dann in Szene gesetzt“, kündigt Christian Rollmann an. Hier gibt’s weitere Infos:  https://www.wir-haben-es-satt.de/mitmachen/fussabdruck/

 

Die Abschlusskundgebung des Protests am 16. Januar wird ab 12 Uhr übrigens auf dem YouTube-Kanal von „Meine Landwirtschaft“ ins warme Wohnzimmer übertragen: https://www.youtube.com/channel/UCW1GkgMFKDbfsM9_QrZoD1Q

 

Bildunterschrift Aufmacherfoto:

Eine Treckerdemo soll es auch 2021 geben – mit Fahrzeugen aus Berlin und Brandenburg. Foto: Bernd Hartung/www.wir-haben-es-satt.de


Zuletzt bearbeitet am
Bewerte diesen Beitrag:
0
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok