Billig ist billig


„Die Verbraucher dürfen sich über Preissenkungen bei Milch, Molkereiprodukten und auch Fleisch freuen“, meldete die Deutsche Presseagentur (dpa) in dieser Woche. Deutschlands größte Discounter setzen den Rotstift an, andere werden nachziehen. Dürfen sich die Verbraucher da wirklich freuen?

 

Reden wir vom Fleisch. Ein Kilo Schweinekotelett ist beim Discounter derzeit für 3,99 Euro zu haben. Angesichts dieses Preisdumpings wachsen auch bei Verbrauchern die Zweifel – zumindest in den Umfragen. „Ja, die Produkte sind viel zu günstig und schaden Landwirten und Tieren“, antworten 70 Prozent auf die Frage einer Zeitung, ob sie einen  Boykott dieser Produkte für gut und richtig halten. Die wirkliche Abstimmung findet aber im Supermarkt statt, und dort werden es viele Verbraucher kaufen, das Kilo Schweinekotelett für 3,99 Euro oder gar weniger.

 

Woher das Fleisch stammt, fragen sie nicht. Verbraucher sollten aber wissen: Das so genannte Billigfleisch stammt aus industrieller Massenproduktion. Sicher und einwandfrei muss freilich auch das Fleisch vom Discounter sein. Ob die Tiere jedoch gentechnisch verändertes Futter bekommen haben, ist nicht ersichtlich. Verbraucherschützer bemängeln seit langem diese Kennzeichnungslücke.

 

Nicht nur Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund fragt sich, wie die jüngsten Preisabschläge mit der groß angekündigten Initiative Tierwohl zusammenpassen, die auch Discounter unterschrieben haben. Die freiwillige Verpflichtung von Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie soll die Haltungsbedingungen der Tiere verbessern. Zu fürchten ist, dass der Preisdruck an die schwächste Glieder der Kette durchgereicht wird – an die Bauern.

 

Was tun? Generell weniger Fleisch essen und wenn, dann gutes Fleisch aus dem Fachgeschäft. Fleisch aus regionaler (oder Bio-) Erzeugung wie Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A. (geschützte geografische Angabe). Die Richtlinien werden fortlaufend durch staatliche Stellen und unabhängige Institute kontrolliert. Dieses Schweinekotelett kostet dann mindestens das Dreifache. Und das sollte es Verbrauchern auch wert sein.

 

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