Der neue Verbraucher


Was erwarten Verbraucherinnen und Verbraucher heute, wenn sie für gutes Geld Fleisch beim Metzger einkaufen, statt wie viele andere billig Eingeschweißtes anonymer Herkunft beim Discounter? Genau: Sie erwarten mehr.

 

Eine freundliche Bedienung. Eine appetitliche Auslage. Eine attraktive Auswahl. Eine gute Beratung mit Zubereitungstipps. Und beste Qualität natürlich. Fleisch aus nachvollziehbarer Herkunft wie Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch, das genau aus diesem Grund auch das EU-Siegel „geschützte geografische Angabe“ trägt.

 

Das blau-gelbe Zeichen ist nämlich nicht eines von vielen austauschbaren Etiketten, die Qualität versprechen und von Transparenz faseln. Es ist eine Garantie: Schwäbisch-Hällisches Schweinefleisch, das g.g.A.-geschützt ist, stammt aus Hohenlohe und wird in Hohenlohe erzeugt. Von Menschen, die ein Gesicht und eine Geschichte haben. Von Bauern, die stolz auf ihre Arbeit und ihre Tiere sind.

 

„In der herkömmlichen Fleischerzeugung kommt ihr nicht mal bis zum Eingangstor“, macht Hendrik Haase, Food Aktivist aus Berlin und Referent beim Fachseminar Erfolgreiche Kundenkommunikation den Unterschied deutlich. „Bei der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft könnt ihr euch die Erzeugung vor Ort anschauen.“ Diesen Unterschied müssen die Verkäuferinnen und Verkäufer, die Metzgerinnen und Metzger selbst erleben und freilich auch vermitteln, wenn sie den „neuen Verbraucher“ ansprechen wollen.

Die neuen Verbraucher, das sind Haase zufolge Menschen, die bei der jährlichen Demonstration unter dem Motto „Wir haben es satt“ für gutes Essen auf die Straße gehen – „das gab’s seit der Französischen Revolution nicht mehr, und da hatten die Menschen Hunger“. Menschen, die lieber in ein gutes Restaurant gehen als sich ein Paar Schuhe zu kaufen. Menschen, die im Essen mehr als Nahrungsaufnahme sehen, sondern ein gesellschaftliches und politisches Statement abgeben. Für die Metzger die „neuen Rockstars“ sind.

 

Akteure dieser neuen Fleischbewegung, die Haase analog zu Crafted Beer mit dem Label Crafted Meat schmückt, kämpfen mit Leidenschaft und Überzeugung für alt bewährte Traditionen, das ehrbare Handwerk, eine andere Tierhaltung und neue Geschmäcker.

 

Haase zeigt Fotos von Metzgern und von Bauern in aller Welt, die mit dem biederen Image ihres Berufsstands brechen, und ermuntert die Teilnehmer: „Lasst die Leute sehen, was ihr macht!“ Das ist das mehr, das neue Verbraucher erwarten.

 

 

 

 

 

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