Endlich Erdbeerzeit! Am besten schmecken die roten Früchtchen, wenn sie vom Selberpflücken auf dem Feld kommen. Bei Wolpertsdorf betreibt Familie Fischer den einzigen Erdbeerhof im Kreis Hall. Hier herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb.

   

b2ap3_thumbnail_Foto-Folge_16_Erdbeeren_1.jpg

Hofbesitzer Matthias Fischer mit einem Korb Erdbeeren.

 

Familien mit Kindern fahren vor, Hausfrauen, Rentnerpaare, junge Erwachsene: Auf dem Erdbeerfeld ist ein ständiges Kommen und Gehen. In einer kleinen Holzhütte steht Matthias Fischer. Der junge Hofbesitzer wiegt zunächst die Behälter der Kunden und händigt ihnen dann den kleinen Bon für die spätere Abrechnung aus. Anschließend weist er die Reihen zu: „Ihr könnt zwischen 11 und 14 pflücken.“

 

Im Jahr 1982 haben seine Eltern Waltraud und Karl mit dem Anbau der süßen Früchte begonnen. Die Fischers sind breit aufgestellt, wie man so schön sagt. Auf dem Hof in Wolpertsdorf, auf dem seit fünf Jahren der 33-Jährige das Sagen hat, werden rund 400 Schwäbisch-Hällische Schweine gemästet. Weithin bekannt ist der Partyservice, den Mutter und Sohn gemeinsam betreiben. „Der ist derzeit wegen Corona auf null“, Matthias Fischer zuckt mit den Achseln, „umso besser, dass wir die Erdbeeren haben.“

 

„Jede helfende Hand ist Gold wert“
Matthias Fischer, Landwirt vom Erdbeerhof in Wolpertsdorf

 

Sonderkulturen, zu denen die empfindlichen Früchte gehören, sind zwar lukrativ, machen aber viel Arbeit. Vier polnische Erntehelfer unterstützen die Fischers. „Es sind seit zehn Jahren immer die Gleichen“, sagt der junge Hofbesitzer, der seine Arbeiter in einem Haus an der Hofstelle unterbringt. In diesem Jahr konnten die Helfer der Einreisebeschränkungen wegen aber erst später nach Wolpertsdorf kommen. „Da ist jede helfende Hand Gold wert“, lobt Matthias Fischer die Unterstützung aus dem Familien- und Freundeskreis.

 

„Im Ertrag“, wie es heißt, sind zwei Hektar. Die Sorten haben klingende Namen wie „Allegro“ und „Malling Centenary“, ein Vermehrer aus Norddeutschland liefert die Pflänzchen. Im ersten Jahr werden die Blüten entfernt, damit die Pflanze kräftig wird; geerntet wird in den zwei folgenden Jahren, manchmal noch in einem dritten. „Wir sind zwar nicht Bio-zertifiziert, aber wir setzen keine Chemie ein“, versichert der junge Landwirt. Fürs Bewässern wurde ein Brunnen gebohrt. Drei- bis viermal pro Jahr muss zwischen den Reihen mit der Hand gehackt werden. Droht Frost, werden die Pflanzen mit einem Vlies und beschwerenden Sandsäcken geschützt. Nach der Hauptblüte wird zwischen den Reihen Stroh gestreut, damit die Stängel mit den empfindlichen Früchtchen nicht auf der Erde faulen.

 

b2ap3_thumbnail_Foto-Folge_16_Erdbeeren_2.jpg

Voll gereift und süß: Erdbeeren

 

„Die beste Ernte gibt’s vom jungfräulichen Erdbeerboden“
Matthias Fischer, Landwirt vom Erdbeerhof in Wolpertsdorf

 

Übers Selberpflücken wird der Hauptteil der Ernte von den Fischerschen Feldern vermarktet. Auch im Bauernmarkt und in den Kornhausscheunen in Schwäbisch Hall sowie im Regionalmarkt Hohenlohe in Wolpertshausen bietet Fischer, Mitglied der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, seine süßen Früchte an. Die Kunden, die auf die Felder kommen, bücken sich lieber, als einfach den Geldbeutel zu zücken. Zudem ist’s günstiger.

 

b2ap3_thumbnail_Foto-Folge_16_Erdbeeren_3.jpg

Beim Selberpflücken werden die Reihen vorgegeben.

 

Im nächsten Jahr wird Fischer die Felder ein Stück Richtung Wolpertsdorf verlegen: „Die beste Ernte gibt‘s vom jungfräulichen Erdbeerboden“, weiß der Landwirtschaftsmeister. Nach rund vier Wochen ist die Saison der süßen Früchtchen vorbei. Dann steht bei Matthias Fischer wieder die Feldarbeit fürs Futter der Schwäbisch-Hällischen im Vordergrund. Und hoffentlich kommen bald auch wieder Aufträge für den Partyservice.