Erster Preis für Eber Feuervogel


Feuervogel ist ein Bilderbucheber. Bei der jüngsten Zuchtschau der Schwäbisch-Hällischen hat das imposante Tier Publikum und Jury begeistert. Züchter und Besitzer Werner Leonhard aus Reichenbach/Nahe errang mit dem Eber den ersten Preis und den Gesamtsieg.

 

Für sein Gewicht von rund 350 Kilogramm bewegt sich Feuervogel erstaunlich leichtfüßig im Führring auf dem Sonnenhof in Wolpertshausen. Werner Leonhardts Enkel Moses muss den Schwäbisch-Hällischen Eber nur leicht mit dem Stock antippen, schon zeigt er sich den Umstehenden von seiner besten Seite. Die erkennt auch der Laie: seine ausgeprägte schwarz-weiße Färbung etwa, die der alten Landrasse in Hohenlohe den Spitznamen Mohrenköpfle eingebracht hat, sein gut bemuskelter Körper und seine gleichmäßig geformten Hoden.

 

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Worauf es bei einem Schwäbisch-Hällischen Eber noch ankommt, erklären bei der Zuchtschau die Zuchtleiter Maite Mathes und Albrecht Weber dem Publikum. Die Basis ihres Urteils bildet Feuervogels Stammkarte. Für jede Zuchttierrasse wird nämlich ein so genanntes Herdbuch geführt. Jede Zuchtsau und jeder Zuchteber der Schwäbisch-Hällischen hat eine eigene Stammkarte. Darin sind unter anderem die Rasse, der Name des Tieres (nach dem ersten Wurf), der Besitzer, der Geburtstag, die Eigenleistung und vor allem die Abstammung genau aufgeführt. Derzeit sind im Herdbuch rund 300 Schwäbisch-Hällische Zuchtsauen und mehr als 20 Eber aus neun Linien verzeichnet: www.blog.haellisch.de/Herdbuch.

 

Feuervogel trägt die Herdbuchnummer 287. Sein Vater ist Feuerwerk, ein Top-Eber, der ebenfalls bei Leonhard im Stall steht. Geboren wurde Feuervogel am 13. Januar 2015, ins Herdbuch eingetragen am 16. November 2015. Zuvor hat ihn Martin Schneider vom Landwirtschaftlichen Beratungsdienst Schwäbisch Hall gekört, wie es in der Fachsprache heißt: Der Landwirtschaftsmeister hat ihn bewertet – und für gut befunden: www.blog.haellisch.de/Zuchtwahl.

 

Für Bemuskelung und Exterieur gab’s jeweils die Note 7 (8 ist die Höchstzahl). Errechnet wurde auch die so genannte Lebenstagszunahme: Stolze 662 Gramm hat Feuervogel von der Geburt bis zur Selektion zugenommen – pro Tag, wohlgemerkt. Vermerkt ist außerdem die Anzahl der Zitzen: 8 / 8. Einziger Kritikpunkt der Jury ist Feuervogels Rückenspeckdicke: 10,9 mm hat Martin Schneider gemessen, 14 bis 15 mm sollten es sein. Dieses Polster ist lebenswichtig für ein weibliches Tier. „Wenn eine Jungsau Ferkel hat, verbrennt sie viel Energie“, erklärt Martin Schneider.

 

Zitzen, Rückenspeckdicke? Das mag manche irritieren. Warum sind diese Faktoren bei einem Eber wichtig? Ganz einfach: Feuervogel vererbt seine guten Anlagen an die Nachkommen. 14 Würfe gehen bereits auf sein Konto, 137 Ferkel – darunter 53 weibliche - stammen von ihm ab. Feuervogel beherrscht seinen Job. Und: In seinen Adern fließt edles Blut. Feuervogel entstammt nämlich der so genannten F-Linie. Sie ist eine der drei Eber-Linien, mit denen im Jahr 1984 die Zucht der Schwäbisch-Hällischen wiederbegründet und damit die Basis für den heutigen Erfolg der alten Landrasse gelegt wurde.

 

 

 

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