Fleischkunde (11): Hintereisbein


Das Hintereisbein des Schweins ist ein ordentliches Stück Fleisch. Es wiegt zwischen 1300 und 1400 Gramm und ist wesentlich fleischiger als das vordere Pendant. Eine Schweinshaxe aus Schwäbisch-Hällischem Qualitätsschweinefleisch g.g.A. sollten Sie bei Ihrem Metzger vorbestellen. Von einer knusprigen Haxe werden im Übrigen locker zwei Personen satt.

 

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Die Zubereitung: Die Haxe waschen und in reichlich kochendes Salzwasser geben. Zugedeckt etwa 45 Minuten ziehen lassen. Inzwischen Suppengrün putzen, waschen und in Stücke schneiden. Die Haxe herausheben, abtropfen lassen und mit Salz und Pfeffer würzen. Auf eine Fettpfanne des Backofens oder in einen großen Bräter setzen und etwa 200 ml Wasser und/oder Bier angießen. Das vorbereitete Suppengrün zufügen. Im vorgeheizten Backofen (200 ° Celsius, Umluft nicht geeignet) etwa zwei Stunden braten. Dabei die Haxen zwischendurch wenden und immer wieder mit Bratenfond bestreichen. Wenn nötig, etwas Flüssigkeit nachgießen.

 

Und wie isst man eine Schweinshaxe? Das geht so: Die Haxe zunächst an der dünnsten Stelle längs einschneiden, mit dem Messer das Fleisch vom Knochen lösen und diesen am Tellerrand ablegen. Dann die Haxe so drehen, dass die knusprige Haut oben liegt und nicht in der Soße aufweicht. Dazu passen Kartoffel- oder Semmelknödel und Krautsalat. Guten Appetit!

 

Jeden Tag sollte das gute Stück freilich nicht auf den Tisch kommen, schmeckt es auch noch so gut. „Alles mit Maß“ hat der schwäbische Dichter Eduard Mörike (1804 – 1875) seine Zeilen auf den Schweinsfuß überschrieben:

 

„Mancherlei sind es der Gaben, die gütige Götter den Menschen zum Genusse verliehn, sowie für die tägliche Notdurft.
Aber vor jeglichem Ding begehr ich gebratenen Schweinsfuß.
Meine Frau Wirtin, die merkt’s, nun hab ich alle Tag Schweinsfüß.
Öfters im Geist ahnt mir: jetzt ist kein einziger Schweinsfuß mehr in der Stadt zu erspähn: was hab ich am Abende? Schweinsfüß!
Spräche der König nun gleich zum Hofkoch: Schaffe mir Schweinsfüß!
Gnade der Himmel dem Mann, denn nirgend mehr wandelt ein Schweinsfuß.

Und ich sagte zur Wirtin zuletzt: »Nun laßt mir die Schweinsfüß!
Denn er schmeckt mir nicht mehr wie sonst, der bräunliche Schweinsfuß.«
Aber sie denkt, aus Zartgefühl nur verbät ich die Schweinsfüß,
Lächelnd bringet sie mir auch heute gebratenen Schweinsfuß -
Ei so hole der Teufel auf ewig die höllischen Schweinsfüß!“

 

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