Frühlingsgefühle im Freilandmuseum


Endlich Frühling – und auch bei den Schwäbisch-Hällischen Schweinen im Freilandmuseum Wackershofen spielen die Hormone verrückt. Eber Hektor und die beiden Herdbuchsauen Arona und Anastasia haben nämlich die Weide hinter dem Stall bezogen. 

 

Sind die groß geworden! Die acht männlichen und das weibliche Ferkel, die im Schaubauernhof auf dem Gelände des Hohenloher Freilichtmuseums leben, bringen bereits rund 15 Kilogramm auf die Waage. Zur Freude der vielen Besucher springen die munteren Schwäbisch-Hällischen Schweinchen im Stall und im Auslauf herum und spielen im Stroh.

 

b2ap3_thumbnail_blog_folge6_Fruehling_2.jpg 

Die Ferkel haben an Mutter Habiba gezehrt. „Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Ferkel 21 Tage bei der Sau bleiben, in Bio-Betrieben sind es 42 Tage“, erklärt Agrarwissenschaftlerin Marina Bühler vom Landwirtschaftlichen Beratungsdienst (blog.haellisch.de/beratungsdienst), die den Schaustall in Wackershofen betreut. Nach bald 50 Tagen ist es also höchste Zeit, dass die Bande das Kinderzimmer räumt, die Muttermilch brauchen sie jetzt nicht mehr. Die Ferkel werden abgesetzt, heißt das im Fachjargon der Landwirte.

 

Habiba wird die Bucht nebenan beziehen. Die ist frei geworden, weil die beiden Sauen Arona und Anastasia die Schweineweide hinter dem Stall bezogen haben - gemeinsam mit Herdbucheber Hektor (blog.haellisch.de/herdbuch). Die drei fühlen sich auf dem großen Freigelände sichtlich wohl.

 

Mit dem kräftigen Rüssel wühlen sie nach Fressbarem und haben sich auch schon eine Suhle angelegt. Marina Bühler setzt aber vor allem darauf, dass der junge Eber seiner Aufgabe nachkommt, die Sauen animiert und schließlich auch deckt.

 

b2ap3_thumbnail_blog_folge6_Fruehling_3.jpg 

Schweine sind nämlich die reinsten Fortpflanzungswunder. 21 Tage dauert der Zyklus bei einer geschlechtsreifen Sau, und das ist sie schon mit rund sechs Monaten. Drei Tage lang ist sie paarungsbereit, das nennt man Rausche. In dieser Zeit bleibt die Sau stehen und duldet das Aufreiten des Ebers. Die natürliche Besamung – Natursprung genannt – ist heute eher die Ausnahme. Auf Bio- und Schaubauernhöfen wie in Wackershofen wird diese Art der Fortpflanzung noch praktiziert. Üblich ist die künstliche Besamung, bei der der Landwirt das Ebersperma direkt in die Gebärmutter der Sau einbringt.

 

Hat eine Befruchtung stattgefunden, dauert die Tragezeit ziemlich genau 114 Tage oder – so lautet die Eselsbrücke – drei Monate, drei Wochen und drei Tage. Und wann wissen wir, ob es mit Hektor und den beiden Sauen geklappt hat? Das dauert noch. „Arona und Anastasia werden zunächst wieder in den Stall gebracht, damit wir mögliche Rauschesymptome intensiv beobachten können“, erklärt Marina Bühler. War Hektor nicht erfolgreich, kommt er nochmals zum Zug. „Bis dahin widmet er sich wieder seinem Junggesellendasein.“

 

www.wackershofen.de

 

 

 

b2ap3_thumbnail_blog_folge6_Fruehling_4.png

 

b2ap3_thumbnail_blog_folge6_Fruehling_5.png


Zuletzt bearbeitet am
Bewerte diesen Beitrag:

Kommentare



  • Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!