Für die Umstellung gab’s viel Beifall


Karl-Matthias Wirth ist Bauer in vierter Generation und heute einer der wenigen Vollerwerbslandwirte im einstigen Bauerndorf Uttenhofen. Vor zwei Jahren hat der 41-Jährige den Hof auf Schwäbisch-Hällische umgestellt: „Jetzt macht die Arbeit wieder Spaß!“

 

In der Ortsmitte von Uttenhofen stehen schöne Bauernhäuser mit gepflegten Gärten, die jetzt in voller Blüte stehen. Eines davon bewohnen die Wirths: im Erdgeschoss die Großeltern und die Urgroßmutter, oben die Eltern und ihre Kinder. Vier Generationen unter einem Dach, eine bäuerliche Großfamilie. Elf Jahre lang hat Karl-Matthias bei der Genossenschaft im Außendienst gearbeitet und erst vor drei Jahren den Betrieb übernommen. Vater Karl Wirth und Sohn bewirtschaften ihn gemeinsam und, wie es scheint, in schönster Harmonie. „Stimmt“, sagen beide.

 

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Zu tun gibt’s auch für vier Hände genug. Im Stall in der Ortsmitte halten die Wirths rund 120 Schwäbisch-Hällische Muttersauen und ihre Ferkel. Der große Maststall, den der gelernte Landmaschinenmechaniker und Landwirt selbst geplant hat, wurde an den Ortsrand verlegt und für die Anforderungen an die Mast der alten Landrasse umgebaut. Das heißt: viel Platz, viel Luft, viel Stroh. „Ein gut durchlüfteter Stall“, davon ist der Landwirt überzeugt, „ist für die Gesundheit der Tiere wichtig.“

 

Wenn die Ferkel rund zwölf Kilogramm schwer sind, siedeln sie in den Maststall um. Karl-Matthias hat an diesem Tag die Schweine bereits in einen Nebenraum des Stalls transportiert. Nun öffnet er ihnen die Türe zu der großen Bucht, in der sie gemästet werden. Neugierig erkunden die Schwäbisch-Hällischen das neue Terrain. Mit einem Treibbrett hält Karl Wirth ruhig und bestimmt die Gruppe an der Stallaußenseite in Schach. „Der Umzug war stressig, daher müssen sie jetzt koten und urinieren“, erklärt er, „auf diese Weise lernen sie, ihr Geschäft an einer bestimmten Stelle zu erledigen.“ Das spart den Bauern später Zeit beim Misten.

 

Das Futter für die Schweine erzeugen die Wirths auf ihren aktuell 72 Hektar Fläche überwiegend selbst oder kaufen von Nebenerwerbslandwirten aus der Region zu. Als Eiweiß wird – wie in allen Mitgliedsbetrieben - gentechnikfreies Soja gefüttert, „dazu Erbsen, die wir selbst anbauen“. Auf seinen Feldern ist eine fünfgliedrige Fruchtfolge ohnehin die Regel, „Monokultur kommt für mich nicht infrage“.

 

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Die Umstellung auf die alte Landrasse mit den aufs Tierwohl ausgerichteten Haltungsbedingungen „war für uns der einzig richtige Weg, den wir schon früher hätten machen sollen“, ist Karl-Matthias Wirth überzeugt: „Ich wollte dem Wachstums- und Massenwahn entkommen.“ Mit den Schwäbisch-Hällischen, für die der Landwirt einen garantierten Zuschlag bekommt, könne der Hof die Familie auch in Zukunft ernähren. Dabei stimmt nicht nur die Kasse, sondern auch das Feedback. „Wir erzeugen etwas, das die Menschen akzeptieren“, sagt der Landwirt, „und das gibt einem ein gutes Gefühl.“

 

 

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