Heuernte in Hohenlohe


Heuernte! Heute ist Axel Eberhardt, Jungbauer auf dem Schwäbisch-Hällischen Zuchtbetrieb in Hellmannshofen bei Frankenhardt, für einen Milchviehbetrieb auf dessen sechs Hektar großer Wiese mit dem Kreiselheuer unterwegs. Tags drauf wird das Heu zu Ballen gepresst.

 

Ein Schweinezüchter beim Milchbauern? Ja, denn der 24-Jährige ist an diesem Tag für den KLMR im Einsatz. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der „Kleine Maschinenring“, ein Zusammenschluss von sechs Landwirten aus Frankenhardt. Axel Eberhardt ist Geschäftsführer des Verbunds – ein Ehrenamt. Er lacht: „Das heißt vor allem, dass ich mich um Buchhaltung und Steuern kümmere und Mädchen für alles bin.“

 

Die Schlepper gehören den Bauern selbst. Die Gemeinschaft besitzt landwirtschaftliche Maschinen wie Häcksler, Mähwerk, Ballenpressen, Maissägerät, Transportfahrzeuge und andere mehr. Darunter sind Anschaffungen, die in die Hunderttausende Euro gehen können und einen einzelnen Betrieb finanziell überfordern würden.

 

Vorbereitung für die Heuernte: Mindestens drei Mal muss das Heu gewendet werden.

 

Die hinter dem Kleinen Maschinenring stehende Idee ist also so einfach wie einleuchtend. „Gemeinsam können wir größere Maschinen kaufen, als wir eigentlich auf unseren Betrieben bräuchten“, erklärt der Jungbauer, „damit sind wir schlagkräftig.“ Das ist wichtig, wenn Gewitter vorhergesagt ist und alle am liebsten gleichzeitig an die Reihe kämen.

 

Anfangs sei die Idee belächelt worden. „Jetzt sind sie von uns überzeugt, weil alles Hand in Hand geht“, sagt Axel Eberhardt nicht ohne Stolz, „so was wie den KLM gibt es sonst nicht.“

 

Häcksler und Co. stehen auf den Mitgliedshöfen, die jeweils auch für Pflege und Wartung der Maschine verantwortlich sind. Den Kauf und Ersatzteile finanzieren die Mitglieder über die Gebühren für den KLM und die Erlöse aus der Lohnarbeit für andere Landwirte.

 

„Die Landwirte, die es noch gibt, sollten zusammenhalten“
Axel Eberhardt, Landwirtschaftsmeister

 

Die Abrechnungssätze des Kleinen Maschinenrings sind im Übrigen geringer als die der großen Vorbilder. Untereinander berechnen die sechs Mitglieder ihre Arbeitsleistung nicht. Das Konzept entspricht der Philosophie des 24-jährigen Landwirtschaftsmeisters: „Wir sind nicht mehr viele. Die Landwirte, die es noch gibt, sollten zusammenhalten.“

 

Hightech im Cockpit des Schleppers

Auf der sechs Hektar großen Wiese zieht Axel Eberhardt mit dem Kreiselheuer die Bahnen. Im Innern des Schleppers wird klar, warum die landwirtschaftlichen Maschinen heutzutage ihren Preis haben. Statt der Bullenhitze, die draußen herrscht, ist es dank Air-Condition angenehm kühl. Das Cockpit ähnelt einem Flugzeug. Joystick, Display – alles da. „GPS-unterstüzt“, erklärt der Hofnachfolger, zieht der Schlepper seine Bahnen. Das ist kein Luxus, wenn der Fahrer auch mal 16 oder 18 Stunden im Einsatz ist.

 

Trotz technischer High Class: Etwas holprig ist die Fahrt hier oben freilich doch. „In der Wiese haben viele Wildschweine gegraben“, erklärt Axel Eberhardt, „da kann man nichts machen.“ Heu muss übrigens nach dem Schnitt und anschließend dreimal täglich gewendet werden, damit es bei der Heuernte schön trocken in Ballen gepresst werden kann. Sein Einsatz für den Milchviehbetrieb kommt zur rechten Zeit. Bald sind wieder Gewitter angesagt.


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