Hohenloher Schlachtfest


Das Schlachten spielt im Leben der meisten Menschen heute keine Rolle mehr, obwohl sie viel mehr Fleisch und Wurst als früher essen. Das stammen meist aus industriellen Mastanlagen und riesigen Schlachthöfen - Sperrzonen, die vor neugierigen Blicken geschützt sind.

 

b2ap3_thumbnail_2019_11_01_Folge_134_Schlachtfest_1.jpg

 

Hinschauen will ohnehin kaum jemand. Filet, Kotelett und Schnitzel liegen bereits fix und fertig zugeschnitten in der Metzgerei oder abgepackt und eingeschweißt in den Kühltheken der Supermärkte. Der große Rest wandert bestenfalls in die Wurst, in den Export oder ins Haustierfutter.

 

b2ap3_thumbnail_2019_11_01_Folge_134_Schlachtfest_2.jpg

 

Dem Tod bei der Schlachtung nicht nur ins Auge zu sehen, sondern ihn auch zu riechen, ist nichts für schwache Nerven. Doch es ist eine elementare Erfahrung, die aus einem abstrakten Produkt wieder etwas Lebendiges macht, an Stelle der Entfremdung vor dem vakuumverpackten Stück Fleisch tritt die Erkenntnis: Ich habe es mit Tieren zu tun.

 

b2ap3_thumbnail_2019_11_01_Folge_134_Schlachtfest_3.jpg

 

Fleisch wird wieder zu etwas Besonderem, das man auch nicht jeden Tag auf den Teller bekommen muss, genau wie einst den Sonntagsbraten. Sich mit dem Schlachten auseinanderzusetzen, könnte also vielleicht auch der Weg zur Besinnung und zum Umdenken sein, und damit zu weniger, aber dafür bewussterem Fleischkonsum.

 

Alles in allem war mein erstes Schlachterlebnis deutlich unblutiger als gedacht
Birgit Schumacher, Journalistin

 

Gemeinsam mit Slow Food Deutschland hat die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft kürzlich im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen eine traditionelle Hausschlachtung veranstaltet – mit dabei war die Journalistin Birgit Schumacher. In ihrem Beitrag „Hausschlachtung: wie in alten Zeiten“ schildert sie ihre Erfahrungen. Sie schreibt: „Alles in allem war mein erstes Schlachterlebnis deutlich unblutiger als gedacht.“ Der Beitrag erscheint auch im kommenden Slow-Food-Magazin.

 

b2ap3_thumbnail_2019_11_01_Folge_134_Schlachtfest_4.jpg

 

Von der Bedeutung der Hausschlachtung ist übrigens auch die Agrarsoziale Gesellschaft Göttingen überzeugt. Sie hat beantragt, die Hausschlachtung als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen.

 

https://www.slowfood.de/aktuelles/2019/hausschlachtung-wie-in-alten-zeiten

 

b2ap3_thumbnail_Kampagne_finanziert_20191031-091017_1.png

b2ap3_thumbnail_blog_Folge70_Bauernjahr_4.png


Zuletzt bearbeitet am
Bewerte diesen Beitrag:
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok