„Ich bin froh, dass wir dabei sind“


Ort: Niederstetten (Main-Tauber-Kreis)
Tiere: 150 Schwäbisch-Hällische Zuchtsauen
780 Schwäbisch-Hällische Mastschweine

Zum Mittagessen versammeln sich drei Generationen in der Wohnküche: Birgit und Hartmut Frieß, deren Sohn Tobias und Hartmuts Eltern Gertrud und Gerhard. In Streichental bei Niederstetten züchtet und mästet die Familie Schwäbisch-Hällische Schweine.

 

 

Der Frießsche Hof besteht aus drei Betriebsstätten, das ist schon eine Besonderheit. Am Haus werden die alten Stallgebäude für die Mast genutzt; hier ist der Einsatzbereich von Gerhard Frieß. Seine Frau Gertrud sowie Birgit und Hartmut Frieß betreuen die Schweine in einem außerhalb des Weilers gelegenen Pachtbetrieb, zuletzt geht’s in den 2009 erbauten so genannten Pigportstall.

 

Wir produzieren, was der Verbraucher will
Hartmut Frieß, Landwirt

 

Auf dieses Stallkonzept setzen viele Mäster der Schwäbisch-Hällischen Schweine. Der Offenfrontstall mit den großen Buchten bietet den Tieren Auslauf und Klimareize. „Die Schweine mögen es manchmal auch gerne, im Schnee zu liegen oder sich beregnen zu lassen“, sagt Hartmut Frieß. Sinken die Temperaturen, fährt der Landwirt elektrisch einen Deckel herunter, damit es im Innern der Buchten warm bleibt und die Schweine vor Zugluft geschützt sind. Stroheinstreu und mit Stroh gefüllte Raufen sorgen für Wohlbefinden.

 

In den ersten Jahren hielten die Frießens lediglich Schwäbisch-Hällische Zuchtschweine. 2006 entschied sich die Familie, ihre Ferkel selbst zu mästen. Er habe es nie bereut, auf die alte Landrasse zu setzen, sagt der Hofbesitzer und gelernte Agrarbetriebswirt: „Wir produzieren, was der Verbraucher will und nicht am Markt vorbei.“ Dann fügt er noch hinzu: „Ich bin froh, dass wir dabei sind.“

 

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Gerste, Triticale und Weizen baut die Familie auf den eigenen Flächen an. Rund 100 Hektar gehören zum Hof. Das Getreide wird in einer Mahl- und Mischanlage am Pigportstall regelmäßig frisch geschrotet. So kann es individuell mit Mineralien, Erbsen- und gentechnisch unverändertem Sojaschrot zum jeweils passenden Futter gemischt werden – für den Nachwuchs, die tragenden Sauen, die so genannten Leersauen und die Mastschweine. „Die Ferkel werden schon früh an das Futter herangeführt“, erklärt Birgit Frieß, „dann sind sie daran gewöhnt, wenn sie abgesetzt werden.“ Absetzen heißt, dass sie von der Muttersau getrennt werden.

 

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Der Aufwand, den die Landwirte den Erzeugerrichtlinien entsprechend mit den Schwäbisch-Hällischen betreiben, wird ihnen angemessen vergütet. Das macht die Sache wirtschaftlich. So ist der Hof Frieß einer von fünf Vollerwerbsbetrieben in Streichental. „Früher waren es fast 20“, erzählt der Großvater.

 

Seine Enkelinnen Jana und Maike, die noch bei der Familie wohnen, sind beide berufstätig. Auch Enkel Tobias hat (zumindest derzeit) mit Landwirtschaft nichts am Hut: Der 16-Jährige lernt Schornsteinfeger. Die bringen ja bekanntlich Glück – und das kann man immer brauchen.

 

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