Korianderernte in Hohenlohe


Anfang September, Temperaturen um 25 °C, sonnig mit wenigen Wolken: Das Wetter passt. An diesem Tag steht auf dem sechs Hektar großen Demeter-Feld vom Sonnenhof in Wolpertshausen  eine besondere Ernte an. Der Koriander ist ausgereift.

 

Im April war Aussaat. Inzwischen sind die grünen Pflanzen mit den zarten weißen Blüten zu 50, 60 Zentimeter hohen, braunen, dürren Stängeln gereift. Zerreibt man jedoch eines der Köpfchen mit den kleinen Samen zwischen den Fingern, duftet es unbeschreiblich. „Das ist eine alte Hohenloher Sorte“, erklärt Rudolf Bühler, „die haben wir vor gut 15 Jahren  in hiesigen Bauerngärten aufgestöbert.“ Seit 2007 erlaubt ein EU-Gesetz, dass solche alten Sorten als so genannte Erhaltungssorten wieder vermehrt werden dürfen, sofern der Anbau 100 Hektar nicht übersteigt.

 

 

„Im Hohenloher Koriander beträgt der Anteil ätherischer Öle 1,6 bis 1,8 Prozent“
Rudolf Bühler, Demeter-Landwirt

 

Der Demeter-Landwirt hat mit seinen Söhnen Sebastian und Christian Bühler den ökologischen Gewürzanbau in Hohenlohe eingeführt. Seit rund 15 Jahren kultivieren er und seine Kollegen Gewürze und Ölpflanzen, die im gemäßigten Klima der Hohenloher Ebene gut gedeihen. Neben Koriander sind es Speisesenf, Kümmel, Leinsaat, Fenchel oder Hohenloher Linsen. Unsere Duftprobe hat übrigens nicht getrogen. „Der Hohenloher Koriander hat einen Anteil ätherischer Öle von 1,6 bis 1,8 Prozent“, erklärt Rudolf Bühler, „Importware aus Afrika oder Asien kommt nur auf 0,2 bis 0,4 Prozent.“

 

b2ap3_thumbnail_2020_09_08_Folge_28_Koriander_1.jpg

 

Am Rand des sechs Hektar großen Ackers sind drei Hänger für das Saatgut abgestellt. Der Mähdrescher zieht bereits seine Bahnen. Wie bei der Getreideernte schneidet der Messerbalken die Halme ab, die die Schnecke ins Innere der Maschine transportiert. Hier wird der Koriander gedroschen, die Samen werden in den Korntank befördert. Das ausgedroschene Stroh fällt zurück auf den Acker. Ist der Tank voll, bläst der Fahrer die Ernte über ein großes Rohr in den Hänger. Der Ertrag schwankt zwischen 0,5 und 2 Tonnen pro Hektar, erklärt Landwirt Rudolf Bühler. „Heuer dürfte er mittelmäßig sein“, schätzt er, „gut eine Tonne pro Hektar.“

 

b2ap3_thumbnail_2020_09_08_Folge_28_Koriander_2.jpg

 

Schnell ist der erste Hänger gefüllt, der in eine nahe gelegene Maschinenhalle gefahren wird. Dort trocknen die Samen durch Zufuhr von Warmluft vollständig aus. Anschließend wird die Ernte gereinigt und in große Säcke abgefüllt. In der Gewürzmanufaktur Ecoland Herbs & Spices auf dem Sonnenhof wandern die kostbaren Naturgewürze in Dosen, Gläser oder Säckchen. Diese sind übrigens auch über den Webshop zu beziehen: www.shop.besh.de Ein großer Teil des aromatischen Hohenloher Korianders freilich würzt die gute Hällische Wurst – beispielsweise Hausmacher Bauernbratwurst.

 

b2ap3_thumbnail_2020_09_08_Folge_28_Koriander_3.jpg


Zuletzt bearbeitet am
Bewerte diesen Beitrag:
0
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok