Schweinisches Vergnügen


Der Frühling ist da, und die Schwäbisch-Hällischen Schweine haben ihre große Weide bei Wolpershausen nahe der Autobahn 6 bezogen. Im „Schweineparadies“, wie es Bio-Bauer Rudolf Bühler, der Retter der alten Landrasse nennt, verbringen die Tiere nun den Sommer.

 

Wenn sich Menschen dem Tor nähern, kommt ein fünfköpfiges Empfangskomitee herangaloppiert, dass es nur so spritzt. Die zwischen 50 und 60 Kilogramm schweren Schwäbisch-Hällischen können dank ihrer kräftigen Beine ein beeindruckendes Tempo vorlegen. Die anderen erkunden das Gelände, springen im Gras herum und rempeln sich wie Halbstarke gegenseitig an. Eine andere Gruppe hat sich an dem grünen Silo niedergelassen, das Kraftfutter aus Getreide, Bohnen, Erbsen und 20 Prozent Eicheln bereithält. Hier ist auch der Wasserspender befestigt, den sie mit ihrem kräftigen Rüssel auslösen.

 

Damit graben sie auch den Boden der mehr als zwei Hektar großen Weide um, im Takt wippen dazu die großen, die Augen überlappenden Schlappohren. Da die Tiere bei der Futtersuche auch Rinde nicht verschmähen würden, sind die Bäume auf der Weide mit einem stabilen Holzgestell geschützt. Am unteren Teil der Weide haben sich die 37 Schweine eine Suhle angelegt, in der sie sich genüsslich wälzen. Manche haben sich am Sattel – Kopf und Hinterteil sind dank dunkler Borsten geschützt - einen Sonnenbrand eingefangen. Sie müssen erst noch lernen, dass sie sich bei starker Strahlung in den großen Offenstall zurückziehen sollten.

 

Weide- oder Hutehaltung, wie sie früher hieß, hat in Hohenlohe Tradition. Noch bis in die 1940er Jahre trieben die Bauern ihre Schweine auf die Weide und über die abgeernteten Felder, damit sie sich ihr Futter suchen konnten. Mit der vitalen und robusten Landrasse der  Schwäbisch-Hällischen belebt die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall den alten Brauch wieder – zur Freude der vielen Zaungäste, die hier einmal Schweine auf der Weide beobachten können.

 

Eine Besucherin hat uns eine Mail geschrieben, in der sie ihre Eindrücke schildert: „Am Wochenende waren wir Ihre Schweine besuchen und haben uns so sehr darüber gefreut, dass wir endlich mal freilaufende glückliche Schweine sehen konnten. Die Tiere sehen richtig gesund aus, man sieht es den Schweinen förmlich an, dass es ihnen gut geht und an nichts fehlt. Wenn doch nur jedes Schwein, jedes Rind und jedes Huhn so artgerecht gehalten werden könnte!“ 

 

Wer Lust auf einen Ausflug zur Schweineweide bekommen hat, hier die Adresse:

 

Schweineweide Wolpertshausen

 

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