Wie essen wir in Zukunft?


Morgens kommt per Drohne die Milch vom Bio-Bauern, mittags gibt’s Nuggets aus In-Vitro-Fleisch und am Abend genießen alle zusammen ein fleischloses Gericht. So könnte die Zukunft unserer Ernährung aussehen, lautet die Re-gnose von Trendforscher Tristan Horx vom Zukunftsinstitut.

 

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Tristan Horx, Digital Native, Millennial & Mitarbeiter im Zukunftsinstitut, Wien.

 

Der junge Österreicher (Digital Native, Millennial & Mitarbeiter im Zukunftsinstitut) hat bei den III. Öko-Marketingtagen der Akademie Schloss Kirchberg digital zur Frage „Zukunft erkennen: Trend-Werkzeuge für eine Welt nach Corona“ referiert. Seine Einstiegsthese nennt er Re-Gnose - eine geistige Technik, in der wir uns selbst in die Zukunft versetzen und von dort aus zurückschauen. Wir betrachten die Welt „von vorn“, aus der Sicht dessen, der eine Krise überstanden hat. Dazu gibt es im übrigen noch etwas nachzutragen: Als „Kompensation“ hat der Mustermensch am Tag vor dem In-Vitro-Nugget einen Veggie-Burger verspeist.


Jeder Trend, so lehrt der Zukunftsforscher, bewirke auch immer einen Gegentrend. Ein Gegentrend bedeute nicht, dass der Trend falsch prognostiziert worden sei, im Gegenteil: „Sie sollten sich lieber Gedanken machen, wenn es keinen Gegentrend gibt.“ Horx macht das am Beispiel zweier erfolgreicher Zeitschriften deutlich. „Vegan“ heißt die Publikation, die sich an eben diese Gruppe wendet, „Beef“ ist die Antwort der Fleischfetischisten. Und die Synthese? Flexitarismus, also „Fleisch aus Bio-Erzeugung und mit Bedacht“. Rund 40 Prozent der Bevölkerung bekennen sich heute zu diesem Ernährungsstil.

 

„Ökologie ist ein Gewinner von Corona“
Tristan Horx, Digital Native, Millennial & Mitarbeiter im Zukunftsinstitut

 

Die Corona-Krise, so die These des Zukunftsforschers, habe keine neuen Megatrends geschaffen, aber bestehende beschleunigt und verstärkt. Megatrends, das zur Erklärung, muss man nicht „voraussagen“, denn sie sind schon da und markieren Veränderungen, die uns schon lange prägen und auch noch lange prägen werden. Megatrends sind Tiefenströmungen des Wandels. Ein Megatrend wirkt in jedem einzelnen Menschen und umfasst alle Ebenen der Gesellschaft: Wirtschaft und Politik, sowie Wissenschaft, Technik und Kultur. Megatrends verändern die Welt – zwar langsam, dafür aber grundlegend und langfristig.

Die Megatrends Urbanisierung, also der Zug in die Großstädte, und Mobilität gehörten zu den Verlierern der Krise – eine Entwicklung, die bereits jetzt sichtbar wird. Im Gegenzug sieht Horx vier Megatrends bestärkt: Ökologie, Re-Regionalisierung, Sicherheit und Konnektivität. „Vor allem Ökologie wird wieder ein große Rolle spielen“, sagt Horx voraus, „Ökologie ist ein Gewinner von Corona.“

Dem Zukunftsforscher zufolge kann der ökologisch wirtschaftende Sektor auf die Nach-Corona-Zeit setzen. Der Megatrend Regionalität biete großes Potenzial für die Bio-Branche: „Nach dem Zusammenbruch der globalen Wertschöpfungskette gewinnen regionale Produkte und Bezüge wieder an Wert“, sagt Horx. In-Vitro-Fleisch, also im Labor gezüchtetes Fleisch werde Fleisch nicht ersetzen, sondern Bio-Fleisch aufwerten. Die Megatrends Sicherheit („Vertrauen ist die Währung der Zukunft“) und Konnektivität („Der Mensch benötigt eine gute Balance zwischen real und digital“) komplettieren die vier Megatrends.

Wie steht es bei Ihnen? Wie stellen Sie sich Ernährung im Jahr 2030 vor? Schreiben Sie uns Ihre Vision in die Kommentare!

 

www.zukunftsinstitut.de


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