„Wir lassen die Sau raus“


Hohenloher sind laut, wenn es sein muss – das sollte mittlerweile auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemerkt haben. Das Quieken und Grunzen der 17 strammen Schwäbisch-Hällischen Schweine am Mittwochmorgen vor dem Bundeskanzleramt in Berlin war praktisch nicht zu überhören. Nach dem Motto „Wir lassen die Sau raus“ demonstrierte Rudolf Bühler, Gründer und Vorstand der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH), mit Hohenloher Bauern in der Bundeshauptstadt gegen den Agrobusiness und für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft.

 

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Die Schwäbisch-Hällischen bleiben gelassen

 

In den Interviews mit Journalisten von ARD, ZDF, Deutscher Presseagentur, Radiosendern und unter dem Blitzlichtgewitter vieler Fotoagenturen übte der streitbare Landwirt Bühler harsche Kritik am Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD: „Die Politik lässt mal wieder die Bauern im Stich.“ Er forderte ein Verbot gentechnischer Forschung, die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft und Forschung für ökologische Landwirtschaft. „Unsere bäuerliche Kultur droht unterzugehen“, sagte Bühler unter dem Beifall von Demonstranten des Bündnisses „Wir haben Agrarindustrie satt“, das am Samstag, 18. Januar, 11 Uhr, in Berlin zu einer großen Kundgebung aufgerufen hat. Auch diese Aktion wird von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft unterstützt.

 

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Interview fürs Erste

 

Vehement kritisierte der BESH-Vorstand die geplante Freihandelszone mit den USA, welche multinationalen Konzerne wie Monsanto, Syngenta, Bayer und BASF den Zugriff auf die natürlichen Ressourcen erlaubt. Er erinnerte daran, dass im Jahr 2009 Monsanto versucht hatte, ein Patent auf die Schwäbisch-Hällischen zu erhalten. Das scheiterte am Protest der Hohenloher Bauern in Brüssel. Bühler erklärt: „Die Schwäbisch-Hällische Landrasse war praktisch ausgestorben. Wir haben die regionale Spezialität gerettet. Sie ist ein Symbol bäuerlichen Widerstands.“

 


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